La première interview en allemand de la fondatrice d'Archipel dans Beauty Independent

Nous sommes fiers de partager avec vous notre première interview de la fondatrice d'Archipel en allemand, dans le magazine Beauty Independent.

Article écrit par Kelly Niesen le 22 octobre 2019, à lire sur: 

https://www.beautyindependent.de/neuer-schweizer-kosmetikshop-archipel/

„Ich möchte Transparenz und Klarheit für Konsumenten schaffen“: Im Interview mit Sarah Clozel von Archipel

Wenn man an die Schweiz und Beauty denkt, kommt einem eine bestimmte Brand sofort in den Sinn: die Luxus-Marke La Prairie, eine der teuersten Kosmetikmarken der Welt. Exklusiv nennt man sie, aber auch nur, weil sich höchstens ein Bruchteil der Gesellschaft diese Produkte leisten kann. Dass der Begriff „exklusiv“ auch ganz anders funktioniert, zeigt die Schweizer Gründerin Sarah Clozel. In Genf eröffnete sie diesen Sommer ihren Store Archipel, der wohl anspruchsvollste Kosmetik-Shop Europas. Denn: alle Produkte im Sortiment müssen ganze 95 Prozent natürliche Inhaltsstoffe beinhalten. Ein K.O.-Kriterium für viele, doch die 33-jährige Beauty-Expertin will nur das Beste für ihre Kundschaft. Momentan besteht diese noch hauptsächlich aus Landsleuten, doch die Entrepreneurin hat mit ihrem bisher kleinen Unternehmen Großes vor.

Welcher Moment Ihres Lebens war für Sie ausschlaggebend in Bezug auf Ihre jetzige Karriere?

Ich hatte einen sehr interessant Job im Einkauf natürlicher ätherischer Öle für eine große Firma, bin sehr viel gereist und habe die Produktion der Inhaltsstoffe sowie die Produzenten persönlich kennengelernt. Ich habe es geliebt, aber nach sechs Jahren in demselben Beruf habe ich mich nach etwas Neuem gesehnt. Wenn ich den Leuten erklärte, was mein Job ist, sagten immer alle, dass ich einen Traumjob habe, durch das viele Reisen in spannende Länder wie Madagaskar, Indonesien usw.

Der ausschlaggebende Punkt war als ich merkte, dass mir das Ganze nicht mehr so viel Spaß bereitete. Ich fühlte das Bedürfnis, diese Arbeit jemandem zu überlassen, der sie genießt. Ich wusste nur, dass ich meine Verbindung zu den natürlichen Materialien aufrecht erhalten und die Geschichte der Produzenten die ich kennengelernt hatte erzählen wollte. Kosmetik war der perfekte Träger für diese Geschichten und so war Archipel geboren.

Sie haben sehr strenge Anforderungen an die Brands, die Sie im Archipel-Store vertreiben: Jedes Produkt muss mindestens zu 95 Prozent aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen. Das schließt eine ganze Menge Labels aus.

Es ist wirklich nicht einfach, Brands für unser Portfolio zu finden. Es ist ein sehr anspruchsvolles Kriterium – und dabei nicht das einzige in unserem Selektionsprozess. Ich wollte mich mit Archipel ganz klar auf Natürlichkeit positionieren, gerade da „natürlich“ ja heute in vielerlei Weisen genutzt wird. Ich wollte gleichzeitig dort Klarheit und Transparenz für Kunden schaffen, wo „organic“ und „fair trade“ Labels nicht ausreichen, denn sie sind meist zu komplex, damit jeder sie zu hundert Prozent nachvollziehen kann. Archipel ist daher um einiges strenger als viele andere Clean-Beauty-Stores, denn clean Beauty ist nicht genug und auch zu sagen, was nicht in den Produkten enthalten ist, ist nicht genug. Wir heben hervor, was in den Produkten steckt.

 

 

Die Schweizer Gründerin Sarah Clozel von Archipel.courtesy of Archipel

 

Ihre Herangehensweise könnte man schon als radikal bezeichnen – legen Schweizer denn grundsätzlich viel Wert auf Clean Beauty?

In der Schweiz achten die Menschen schon sehr lange auf die Herkunft der Produkte. Schweizer lieben es, lokal zu kaufen. Außerdem gibt es deutlich einen Trend zu natürlichen Produkten, insbesondere auf der schweizerdeutschen Seite. In der französischen Schweiz kommt es aber auch so langsam auf.

Grundsätzlich ist Qualität in der Schweiz ausschlaggebend. Wir wollen Produkte, die langlebig und effizient sind und dabei spielt Lokalität eine wesentliche Rolle. Aber auch der Preis ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor. 

Sind Ihre Kunden also im Voraus schon gut informiert oder müssen Sie doch noch Erklärungsarbeit leisten?

Aufklärung und Information sind zentrale Eckpfeiler bei Archipel, da wir mit dem Store einen Austauschpunkt kreiert haben wo sich Kunden die Zeit lassen können, Produkte und Inhaltsstoffe kennenzulernen. Wir haben einerseits Kundschaft, die sehr gut informiert und sehr neugierig ist. Andererseits haben wir Kunden, die zwar Scanning-Apps benutzen, um besser selektieren zu können, aber dennoch über die Auswertungen verwirrt sind. Sie kommen zu uns, um klare und vertrauenswürdige Auskunft zu erhalten.

Wie viele Brands haben Sie denn aktuell?

Momentan haben wir neun verschiedene Labels, aber wir erweitern das Sortiment Schritt für Schritt. Bald ergänzen wir das Angebot mit zwei neuen Brands.

 

Ich wollte gleichzeitig dort Klarheit und Transparenz für Kunden schaffen, wo „organic“ und „fair trade“ Labels nicht ausreichen, denn sie sind meist zu komplex, damit jeder sie zu hundert Prozent nachvollziehen kann.

 
Für welche Produkte entscheiden sich die meisten Ihrer Kunden?

Deodorants sind deutlich unsere Bestseller. Unsere Kunden lieben die Auswahl an verschiedenen Düften und Texturen und da sie gleichermaßen für Frauen und Männer super wirksam sind, kommen alle immer wieder zu uns um sie nachzukaufen. 

Das Angebot bei Archipel ist also auch genderneutral?

Ich suche für unseren Store Brands und Produkte aus, die uni-sex sind, weil ich glaube, dass die Menschen immer mehr ihre Kosmetika mit ihren Partnern und Familien teilen wollen. Das ist meiner Meinung nach ein aufkommender Trend.

Sie haben anfangs mit einem Onlineshop begonnen und kürzlich zudem einen Laden in Genf eröffnet. Was war hierbei die größte Herausforderung?

Die größte Challenge war ganz klar die Lage. Ich musste einen guten Ort im Zentrum finden, den ich mir zugleich noch leisten kann. 

Ihr Laden ist zwar mit 23 Quadratmetern äußerst klein, dennoch haben Sie beim Interior Design alles rausgeholt. Es ist sehr geschmackvoll, sehr modern – fast schon „instagramable“, wie man heute sagen würde. Haben Sie sich das Konzept selbst ausgedacht?

Den ersten Archipel Pop-up-Store habe ich selbst designt. Dieser lief vier Monate lang und es war eine gute Möglichkeit, um unser Konzept zu testen. Gemeinsam mit meinem Mann haben wir alles selbst erdacht und aus recyceltem Holz gebaut, was sehr gut funktionierte.

Für unseren dauerhaften Shop in der Rue des Bains haben wir uns Hilfe von einem Architekten geholt. Die Idee war es, ein langlebigeres Design zu haben, doch die wesentlichen Elemente des Pop-ups beizubehalten. So etwa die Totems in der Mitte des Raums, die eine gewisse Dynamik schaffen und den Kunden ermöglich, sich um die Produkte herum zu bewegen. Außerdem haben wir eine Produkttest-Zone eingerichtet, die wie ein Badezimmer aussieht und ein zentraler Punkt des Geschäfts ist.

 

Das Interieur von Archipel ist geschmackvoll, sehr modern eingerichtet.courtesy of Archipel
Und wovon träumen Sie als nächstes?

Archipel soll weiter wachsen! Als erstes planen wir weitere Pop-ups an Urlaubsorten, wie zum Beispiel in den Bergen. So können Konsumenten den gewohnten Store unter der Woche in der Stadt besuchen, und an Wochenenden und Feiertagen ihre neuen Lieblingsprodukte in Skigebieten entdecken. Ich träume davon, Archipel in den nächsten zwei Jahren zu einer Beauty-Kette zu etablieren, mit mehreren Stores in der Schweiz und Europa. Momentan ist unser E-Shop auch noch auf die Schweiz begrenzt, was wir schon bald auf ganz Europa ausweiten.

Ich würde mich freuen, wenn Leser von Beauty Independent uns ihre Ideen und Feedback via Instagram oder über unsere Webseite zukommen lassen würden!

Ecrire un commentaire

Tous les commentaires sont modérés avant d'être publiés